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Aufgaben finden und erfassen

Aufgaben erfassen ist einfach, wenn man sie vorgegeben bekommt: Säge das Holz zu, Bohre ein Loch mit Durchmesser 4mm, usw.. Aber sobald diese Vorgaben entfallen, wird das Finden der Aufgaben schwieriger.

Angenommen, wir haben die Aufgabe ein Raumklimaüberwachungssystem zu entwickeln, das bestimmte Daten im Raum misst und diese so zur Verfügung stellt, dass man den Verlauf der Messungen bequem auf einem Smartphone betrachten kann. Jetzt wird das mit der Aufgabenfindung schon schwieriger.

Die gute Nachricht ist: Das ist nicht schwierig - wir wissen nur vieles noch nicht, was wir aber wissen müssten und wir können vielleicht noch einiges nicht, was wir können müssten. Wenn wir uns klar machen, was wir nicht wissen, haben wir schon unsere ersten Aufgaben gefunden. Man kann dazu mit ein paar einfachen Frage starten:

  • Was genau soll das Ding tun?
  • Aus welchen Teilen könnte das Ganze bestehen?
  • Welche Funktion und Aufgabe haben die einzelnen Teile?
  • Wie hängen diese Teile zusammen?

Oft hilft es zum Finden der Teile, wenn man sich das fertige Ding vorstellt: Wie soll es aussehen? Dabei geht es um Skizzen und nicht um technische Zeichnungen.

Jedes einzelne Teil können wir auf die gleiche Art hinterfragen und so kommen wir in der Regel entweder zu einer klaren Aufgabe, wie etwa "Es muss ein Temperatur- und ein Luftfeuchtigkeitssensor angeschlossen werden" oder wir kommen an einen Punkt, den wir nicht verstehen, z.B.  "Irgendwie müssen die Daten ins Internet kommen, aber wir wissen nicht wie".

In beiden Fällen haben wir eine klare Aufgabe gefunden - im ersten Fall ist es das Anschließen der Sensoren, im zweiten Fall ist es das "sich schlau machen zu einem Thema".

Sich klar zu machen, was man nicht weiß, ist sehr wichtig für die Planung - Teams, die denken, sie verstünden alles sind entweder (das ist die Ausnahme) unglaublich gut, oder (das ist die Regel) unglaublich naiv und neigen dazu, sich selbst zu über- und die Aufgabe zu unterschätzen. Umgekehrt gibt es auch Teams, die zu sehr an sich zweifeln - auch hier hilft das mit den Fragen: Wenn wir die Fragen kennen, können wir die Antworten geben.

Wenn, wie im Beispiel oben, Programme mit ins Spiel kommen, dann ist da mit dem Aussehen nicht ganz so einfach, aber auch Programme bestehen aus einzelnen Teilen, die man sich auch als kleine "schwarze Kästen" mit klaren Aufgaben vorstellen kann - aber das Thema muss separat betrachtet werden.